Landesliga: Nettelstedt II gegen EURO 32:27 (14:10) - Gäste-Angriffe mit Überlänge

Von Volker Krusche

 Nettelstedt(WB). »Wir sind noch am Üben...« Michael Jankowski fand trotz des Sieges im Nachbarschaftsduell der Handball-Landesliga gegen die HSG EURo noch das eine oder andere Haar in der Suppe. Sein TuS Nettelstedt II hatte zuvor die Tabellenführung durch ein ungefährdetes 32:27 (14:10) problemlos verteidigt.

 »EURo war nicht schlecht, aber wir hätten durchaus noch höher gewinnen können«, so Jankowski. Dazu hätten nicht seiner Meinung nach aber auch die Unparteiischen mitspielen müssen. Nicht etwa, dass sie gravierende Fehlentscheidungen trafen, mit der Zeitspielregel aber hatten sie nicht viel am Hut. »Der längste Angriff der Gäste dauerte genau zwei Minuten und 42 Sekunden. Das geht doch nicht. So was muss man doch unterbinden. Dadurch wurde der Gegner künstlich am Leben gehalten.« Die Folge war, dass bei den EURo-Angriffen mit Überlänge irgendwann die Spannung in der eigenen Defensive litt und die Gäste dies dann gut zu nutzen wussten. Gefühlt wirkte es, als sei die Truppe von Spielertrainer »Basti« Winkler, dem ein Treffer an alter Wirkungsstätte versagt blieb, 45 der 60 Minuten in Ballbesitz gewesen. »Allerdings haben wir bei unseren Angriffen dann oftmals zu schnell den Abschluss gesucht«, ergänzte Michael Jankowski. Dadurch erlaubte man es dem Nachbarn fast 20 Minuten auf Tuchfühlung zu bleiben. Zwar legte der TuS ein 7:4 vor, weil man auch kein Problem hatte, auf die Manndeckung gegen Torjäger Jan Schröder die passenden Antworten zu geben, beim 7:8 wieder dran war. Zwei Zeitstrafen gegen etwas kompromisslos in der Deckung agierende Gäste nutzten die Nettelstedter dann aber aus, um mit einem Vier-Tore-Polster in die Pause zu gehen.

Und nach dem Wechsel legten die Hausherren gleich nach, bauten ihre Führung über 18:12 auf 21:13 aus, so dass EURo nun eine der Qualität beider Mannschaften angemessene deftigere Packung drohte. Nach dem 24:16 (45.) gab Michael Jankowski auch Fynn Lucas Hucke zwischen den Pfosten eine Chance. »Er braucht die Spielpraxis.« Gerade auch um die Probleme, die dann auftraten, dauerhaft verhindern zu können. »Da merkte man einfach die fehlende Abstimmung mit der Abwehr. Allerdings haben seine Vorderleute ihn in der Phase auch im Stich gelassen. Ich musste dann aber leider zurückwechseln.« In zwischen hatte EURo auf 19:24 verkürzt. Zu mehr allerdings sollte es für die Gäste nicht reichen. Beim 28:21 – nach kurzem Zwischenspurt – waren es schnell wieder sieben Tore zwischen beiden Mannschaften. Und wenngleich die Winkler-Sieben noch mal auf 24:28 verkürzte, war für sie nicht mehr drin.

Der TuS war einfach zu dynamisch, entwickelte vorn zu viel Druck, als dass der Gegner dem standhalten konnte. »EURo war damit überfordert. Bei uns wurde wieder deutlich, dass jeder Spieler Tore erzielen kann. Auch, weil wir im Eins-gegen-Eins-Spiel große Qualitäten besitzen«, freut sich der Nettelstedter Coach über die vorhandene Qualität seiner Truppe. Auch wenn die dem Nachbarn in allen Belangen überlegen war, so verdiente der sich letztlich das achtbare Ergebnis, weil er bis zum Schluss darum bemüht war und es in kämpferischer Hinsicht an nichts mangeln ließ.

TuS Nettelstedt II: M. Schröder, Hucke (45.-52.); Kruse (3), Buttke, Schirge (3), Steinhauer, Oevermann (4), J. Schröder (3), Linne (5), Pohnke (5), Glöckner (6/4), Byczynski (3)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 07.November 2016