Spielberichte

Frauen-Bezirksliga: TuS Nettelstedt II - LIT Tribe Germania III 35:17 (20:11) - Welcome to our Wohnzimmer

Geschrieben von Julia Grotefeld

Meine Damen und Herren, in der heutigen Folge unserer beliebten Kurzgeschichtenreihe beschäftigen wir uns mit dem allseits bekannten und doch unerklärlichen Phänomen des Déjà-Vu. Um allen Lesern einen genauen Einblick in dieses Mysterium zu ermöglichen, haben wir das Ganze in einem Versuchsaufbau am letzten Samstag in der Nettelstedter Handballhalle nachgestellt.

 

Man nehme: Einen Gegner, der sowohl hinsichtlich seiner Herkunft (nähere Nachbarschaft) als auch seines Punktekontos (noch keine Zähler auf der Habenseite) dem des vorherigen Wochenendes ungemein ähnelt. Einen Trainer, der von seinem territorialen Trip in Bezug auf Sportstätten immer noch nicht wieder runter gekommen ist. Und eine Mannschaft, die aufgrund der ein oder anderen Fehlfunktion in vergangenen Schlagabtauschen hochmotiviert an die neue Aufgabe herangeht. Was in Bezug auf diese Begegnung dennoch gegen die Theorie des Déjà-Vu spricht: Es war einfach noch viel geiler als am Wochenende zuvor!

Nach einem sehr laufintensiven aber gut gelaunten Training am Mittwoch und einer hochkreativen Jahreshauptversammlung am Freitag empfingen wir den „germanische Stamm“ als Gast. Die oben angesprochene Ähnlichkeiten führten zu einer inhaltlich bereits bekannten, aber doch vom Wortlaut her neuen Kabinenansage: Auch dieses Mal galt es mit Tempohandball und harter Abwehr zu verhindern, dass der Gegner sich in unserem „Wohnzimmer“ zu sehr zu Hause fühlt. Und dann ging’s los: Wir starteten mit einer kurzen Schnupperphase, den Gegner erst einmal kennenlernen, das ein oder andere Tor machen lassen... Das dauerte aber nur 3 Minuten, danach folgte die von Achim geforderte und von uns besonders eindringlich gestaltete Demonstration des Heimrechts: Innerhalb von 9 Minuten erhöhten wir unseren Vorsprung von 4:3 auf 13:4 und zeigten den Gästen mal, wer hier die Hausschuhe an hat. In den darauf folgenden 9 Minuten nahmen wir das mit dem Wohnzimmer dann aber zu genau und ruhten uns erst mal vom Torewerfen aus. LIT kam auf 13:7 heran. Dem Trainer gefiel das eher weniger, was er uns in einer Auszeit dann auch mitteilte. Also wieder runter vom Sofa, rauf auf die Platte und weiter. Mit schnellen Tempogegenstößen und einigen 7-Metern gestalteten wir die letzten 9 Minuten der 1. Halbzeit wieder besser und führten zur Halbzeit mit 20:11.

In der Kabine dann wieder ein Déjà-Vu: 11 Tore für den Gegner in einer Halbzeit sind zu viel! Ja, Achim, das sagtest du letzte Woche bereits... Dennoch durften wir uns auch ein großes Lob für unsere starken ersten 15 Minuten anhören. Hach, ein gutes Gefühl. Das pusht! Die zweite Halbzeit verlief nicht ganz so flüssig wie die erste, es gab mehr technische Fehler und Fehlwürfe. Trotzdem setzten wir das um, was wir können, spielten guten Tempohandball und arbeiteten hart in der Abwehr, sodass der Gegner nur noch 6 weitere Treffer erzielte, wir aber immerhin 15 Tore für uns verbuchen konnten. Mit Jacky Meiers letztem Sprint und dem 35. Tor in der Schlusssekunde beendeten wir ein Spiel, in dem wir mit viel Spaß am Sport zeigen konnten, wie Zusammenspiel im Team funktionieren kann.Fazit: Ein Déjà-Vu in dieser Form erleben wir gerne wieder.

Tor/LA/RL/RM/RR/RA/Kreis: Kyra Sudeck, Michele Berning/ Jacky Meier (3), Jacky Kremser (5)/ Julia Schilling (9/7), Inka Otto/ Henrike Maschmann (4/2)/ Marie Schilling (2), Nathalie Kremser (2), Jacky Burmester (2)/ Anika Westerhoff (1), Julia Grotefeld (4)/ Nadine Schilling, Janine Dauks (3)