Spielberichte

Frauenhandball-Verbandsliga: TuS Nettelstedt und HSG Hüllhorst trennen sich 22:22 - Im Derby geht es Auf und Ab

Von Marc Schmedtlevin

Nettelstedt(WB). Ein Derby auf Augenhöhe ist erwartet worden und genau dieses haben die Handballerinnen des TuS Nettelstedt und der HSG Hüllhorst auch abgeliefert. In der Verbandsliga trennten sich die Altkreis-Teams mit einem 22:22 (11:11).

 An den Reaktionen beider Mannschaften konnte man erkennen, dass das Remis wohl das richtige Ergebnis dieses Derbys gewesen ist. Kein Jubel, aber auch keine Trauer. Die Spielerinnen klatschten sich harmonisch untereinander ab. Chancen auf einen Sieg waren auf beiden Seiten vorhanden. Doch immer dann, wenn eine Mannschaft sich einen kleinen Vorsprung erarbeitet hatte, kämpfte sich die andere mit starker Moral wieder heran. Daher hätte diese Partie keinen Sieger verdient gehabt.

Zunächst sah es allerdings nach klaren Verhältnissen aus. Die Hüllhorsterinnen präsentierten sich in einer hektischen Startphase mit vielen Fehlern auf beiden Seiten mit dem besseren Matchplan. Die 6:0-Abwehr stand sehr kompakt und zeigte sich sehr beweglich. Dadurch ergaben sich für Nettelstedt gar keine Lücken und freie Abschlüsse. Die erzwungenen TuS-Abschlüsse landeten reihenweise neben dem Tor oder bei Silke Poggemöller im HSG-Tor. »Unser Plan ist hervorragend aufgegangen, eine Viertelstunde lang stand unsere Deckung perfekt«, lobte Trainer Christian Wiechert, der nach 16 Minuten eine 6:1-Führung seines Teams notierte.

Nettelstedt musste auf die Offensivschwäche reagieren. Aufbauspielerin Sofie Hyvönen fand nicht in die Partie, wurde daraufhin auf die Bank beordert. Bezeichnend: Erst in Minute 17 gelang Mona Kruse der erste TuS-Treffer aus dem Spiel heraus. Er sollte allerdings ein Wachmacher für die Gastgeber sein. Die Offensive zeigte sich nun ideenreicher, die Abwehr stand gegen nach einigen Wechseln etwas nachlassender Hüllhorster stabiler. So kam der TuS Schritt für Schritt heran. Nach 23 Minuten war beim 6:7 der Anschluss und zur Pause beim 11:11 der Ausgleich hergestellt. »Wir haben gut gekämpft. Schon das Unentschieden zur Pause war ein Erfolg«, sagte Trainer Thorsten Waldmann.

Dessen Team erwischte auch den besseren Start in Hälfte zwei. Tor Nina Walter, Tor Anke Schubauer, 13:11 – der TuS hatte das Spiel auf den Kopf gestellt. Nach dem erneuten Ausgleich zogen die von Schubauer angeführten Nettelstedterinnen noch einmal davon. Beim Stand von 18:15 ergab sich zweimal die Möglichkeit zu einem Vier-Tore-Vorsprung. Es wäre wohl eine Vorentscheidung gewesen. Da diese Chancen aber ungenutzt blieben, fand Hüllhorst zurück ins Spiel. Bei 19:19 war der Ausgleich geschafft. Noch dreimal legte der TuS vor, dreimal hatte Susann Grüning die Antwort in Form des Ausgleichs parat. Bei den letzten Angriffen leistete sich Nettelstedt einen technischen Fehler und auf der Gegenseite warf Grüning über das Tor. Es blieb bei der Punkteteilung. »Das Ergebnis ist genau richtig. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und vor allem gut gekämpft«, sagte Waldmann. Sein Gegenüber Wiechert lobte sein Team ebenfalls für den Einsatz: »Kompliment für eine gute Aufholjagd, nachdem wir ganz schwach in die zweite Hälfte gestartet waren.«

TuS Nettelstedt: Krömker, Lichtsinn – Walter (2), L. Borgmann, Hyvönen (6/6), Kaufmann (1), J. Borgmann, Bolduan, Gerling, Heitmann, Kruse (2), Olbrich (1), Schwier (1), Schubauer (8)

HSG Hüllhorst: Poggemöller, Meyer – Schröder, Redeker (6/5), Lehmann, Grüning (6), Zelle (1), Mohr, Kröger (1), Hülsmeier (6), Albsmeier, Grannemann, Halstenberg (2)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 14.November 2016