Handball-Landesliga: Souveränes 27:22 im Topspiel - TuS Nettelstedt II kann auch Abwehr

Von Volker Krusche

Minden-Stemmer (WB). Wer will diese Truppe eigentlich aufhalten? Auch wenn sich bei Handball-Landesligist TuS Nettelstedt II in Sachen Aufstieg alle Beteiligten (noch) in Zurückhaltung üben, so eilt das Team unaufhaltsam von einem souveränen Sieg zum nächsten. Jüngstes Opfer: Gastgeber Minden-Nord, der beim 22:27 (9:12) chancenlos war. Und der HSV war immerhin ungeschlagener Zweiter!

»Unsere Entwicklung ist wirklich gut. Aber es ist gerade mit Blick auf die bevorstehenden Gastspiele in Bünde, Lahde und Bad Oeynhausen einfach noch zu früh, um über den Aufstieg zu reden. Nach diesen Partien kann man sicher mal gucken«, bleibt Trainer Michael Jankowski bei seiner Strategie der kleinen Schritte, – immer nur das nächste Spiel vor Augen. Damit fährt man bislang am besten. Und angesichts des kleinen Kaders tut man in Nettelstedt sicherlich auch gut daran.

Ungeachtet dessen geriet selbst der Teammanager des Bundesligateams, Zlatko Feric, ins Schwärmen: »Ein starkes Team, mit viel Dynamik und Durchschlagskraft.«

Die war auch im Spitzenspiel in Stemmer wieder zu erkennen. Und das, obwohl Torjäger Jan Schröder nur dank des intensiven Einsatzes der »Medizinischen Abteilung« (Brigitte Horstmann und Uli Hartmann) aufgrund seiner schweren Knöchelprellung gebracht werden konnte, und Maurice Schirge nach 40 Minuten auf der Bank behandelt werden musste. Viel passieren darf beim TuS jedenfalls nicht. Bleibt man von Ausfällen verschont, ist ihm nur schwer beizukommen – von jedem Gegner. Und die Nettelstedter bewiesen in Stemmer noch etwas anderes: Sie können auch Abwehr! Jedenfalls schenkten sich beide Defensivreihen mit aggressivem Spiel nichts, so dass sich die Offensivabteilungen sehr schwer taten. Während sich Minden-Nord in erster Linie an der TuS-Deckung die Zähne ausbiss, waren es auf der anderen Seite aber die Gäste selbst, die durch frühe Abschlüsse oder technische Fehler den Ball verloren. Als Maik Schröder nach dem 8:8 (21.) aber seinen Kasten zunagelte und gleich sieben HSV-Würfe entschärfte, setzte sich Nettelstedt auf 11:8 ab. »Da hätten wir schon höher führen müssen«, stellte Jankowski fest.

Das tat sein Team wenige Minuten nach Wiederbeginn, als es auf 20:13 (46.) enteilte. Nach dem 23:16 (49.) erlaubte sich der TuS aber eine fünfminütige Auszeit, was die Hausherren nutzten, um beim 20:23 wieder für Spannung zu sorgen. Doch die Gäste rissen sich zusammen und ließen keine Zweifel mehr am Sieg aufkommen.

TuS Nettelstedt II: M. Schröder (16 Paraden), Wesemann; Kruse, Schirge (2), Steinhauer, Oevermann, J. Schröder (5), Linné (8/1), Pohnke (3), Glöckner (6/3), Schulz, Byczynski (3)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 11.November 2016