Landesliga: TuS Nettelstedt II nach 24:10 am Ende 33:28-Sieger - 18 Gegentore in 24 Minuten

Von Volker Krusche

Nettelstedt(WB). Wäre die Partie nach 36 Minuten abgepfiffen worden, das Ergebnis wäre standesgemäß gewesen. Handball-Landesligist TuS Nettelstedt führte gegen die Sportfreunde Senne mit 24:10. Danach lief aber nicht viel zusammen, so dass am Ende ein 33:28 (18:10) zu Buche stand.

18 Gegentore in gerade einmal 24 Minuten, diese Phase gegen eigentlich völlig harmlose und lange Zeit überforderte Gäste mit 9:18 verloren – für TuS-Trainer Michael Jankowski kein echtes Problem. »Nach der klaren Führung zu Beginn der zweiten Hälfte haben wir versucht, das eine oder andere taktische Element unter Wettkampfbedingungen zu testen.« Ein Schuss, der voll nach hinten losging. Allerdings war Jankowskis Ansinnen absolut nachvollziehbar. »Klar, es hat nicht so funktioniert, wie ich es mir vorgestellt habe, aber wann sollen wir es denn im Spiel probieren, wenn nicht nach dieser deutlichen Führung.« Zudem habe er auch kräftig durchgewechselt und gerade jenen Spielern mehr Anteile zukommen lassen, die sonst verstärkt ihr Dasein auf der Bank fristen.

Das mag natürlich den Bruch im Angriffsspiel des Spitzenreiters entschuldigen, für die nachlassende Aggressivität, den Zugriff und die Aufmerksamkeit in der Abwehr können taktische Angriffsvarianten und viele personelle Wechsel sicherlich nicht gänzlich als Entschuldigung gelten. Besagte 18 Gegentore in gerade mal 24 Minuten – und das auch noch gegen einen die Nettelstedter eigentlich wahrlich nicht fordernden Gegner – sind definitiv viel zu viel.

Bis zum 6:7 blieben die Gäste aus Senne, mit bislang vier Pluspunkten abstiegsbedrohtes Kellerkind, dran. Doch nach einer Viertelstunde kam der Nettelstedter Motor auf Touren, wurde das Gaspedal kräftiger durchgetreten und die Sportfreunde verloren den TuS mehr und mehr aus den Augen. Zur Pause hieß es 18:10.

Sechs Minuten nach Wiederbeginn hatten die Hausherren die eklatant schwachen Abschlüsse Sennes durch einen 6:0-Lauf mit dem 24:10 bestraft. Danach aber lief bei den Nettelstedtern nichts mehr zusammen. Gute Chancen wurden ausgelassen, viele Würfe zu früh genommen, der Ball nicht zum Adressaten gepasst. Aus dem zwischenzeitlichen 15:27 wurde beim 19:28 (49.) aus Sicht der Gäste erstmals ein Rückstand mit weniger als zehn Toren. Der verringerte sich bis zum Schlusspfiff dann sogar auf nur noch sechs.

Michael Jankowski konnte aber auch damit gut leben, weil er einige wichtige Erkenntnisse aus der Partie mitnehmen konnte. »Klar können wir statt der 33 auch 45 Tore machen – und müssen es vielleicht auch. Mir ging es aber darum, was zu versuchen. Und da das Torverhältnis am Ende ohnehin nicht von Belang ist, da bei möglicher Punktgleichheit ja die direkten Vergleich entscheiden, fallen die letzten 25 Minuten hier auch nicht ins Gewicht.«

TuS Nettelstedt II: Maik Schröder, Holger Schirge; Kruse (1), Maurice Schirge (2), Steinhauer (1), Oevermann (4), Jan Schröder (8), Linné (6/2), Pohnke (2), Glöckner (2), Byczynski (4)

Maurice Schirge2

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 05. Dezember 2016