Handball-Landesliga: TuS Nettelstedt II besiegt TV Hille mit 30:27 - Harte Gangart hält nicht auf

Von Marc Schmedtlevin

Nettelstedt(WB). Jetzt kann Weihnachten kommen: Die Landesliga-Handballer des TuS Nettelstedt II haben sich vorzeitig mit zwei Punkten beschenkt. Das Nachbarschaftsduell gegen den TV Sachsenroß Hille gewannen sie mit 30:27 (16:13).

Die Rollen waren im Vorfeld eindeutig verteilt. Einer der Aufstiegskandidaten traf auf eine der Mannschaften, die sich im Abstiegskampf befinden. Genau dieser Konstellation waren sich die Hiller von Beginn an bewusst. Sie packten in der Abwehr kräftig zu, versuchten, über die Emotionen in die Partie zu finden. Darauf mussten sich die Nettelstedter erst einmal einstellen. Dies dauerte einige Minuten. In einer unruhigen Anfangsphase unterliefen beiden Teams mehrere Fehler. Während sich Hille gegen die hoch stehende TuS-Deckung mehrere Ballverluste leistete, hatten die Gastgeber Probleme bei der Chancenverwertung. Schon nach sieben Minuten kam Sachsenroß-Torhüter Tristan Kreft auf sechs Paraden, hielt unter anderem einen Glöckner-Siebenmeter. So war die geringe Trefferzahl beim Stand von 4:2 (10.) zu erklären. »Die Abwehrleistung hat mir gut gefallen. Wir standen deutlich besser als zuletzt in Lahde«, sagte Trainer Michael Jankowski.

Dessen Team kam nun auch offensiv besser zum Zug. Gegen die offensive Abwehrformation – erst eine 4:2, dann eine 5:1 – der Gäste ergaben sich für die Nettelstedter immer wieder Räume und Eins-gegen-Eins-Situationen. In diesen Duellen hatten die TuS-Akteure dank individueller Klasse häufig klare Vorteile. Über 7:4 (15.) und 11:8 (21.) wurde der Drei-Tore-Vorsprung bis in die Pause transportiert. Weiter abschütteln ließen sich die Hiller aber nicht, da der Lübbecker Ex-Bundesligaspieler Tomasz Tluczynski geschickt die Fäden zog. »Er macht etwa 20 Prozent des Spiels aus«, sagte Jankowski. Daher stellte er seine Deckung auch um, nahm den Polen mannbezogen aus dem Spiel.

Auch in Hälfte zwei behielten beide Mannschaften ihre robuste Gangart in der Deckung bei. Dennoch ergaben sich für Nettelstedt zahlreiche Räume zu Gegenstößen und freien Abschlüssen. Immer wieder waren die Abschlüsse nicht genau genug und Hilles überragender Keeper Kreft erwies sich mehrfach als unüberwindbare Hürde. »Wir haben insgesamt 13 Mal frei vor dem Tor vergeben, hatten Chancen für drei Spiele«, bemängelte Jankowski. Die Quittung dafür war auch am Ergebnis zu erkennen. Der Gast schloss bei 20:21 (44.) wieder auf.

Der TuS hatte aber noch ein Ass im Ärmel. Jan Schröder kehrte nach mehr als 20 Minuten auf der Bank aufs Feld zurück und leitete gleich die Vorentscheidung ein. Mit zwei Toren wichtigen Toren stellte er für sein Team auf 24:20 (50.). »Ich wusste, dass es mit Jans Rückkehr wieder besser wird«, erklärte der Trainer und nahm seinen Topspieler für eine nicht so starke erste Hälfte in Schutz: »Jan trainiert in der Woche mit der ersten Mannschaft. Da ist es nicht leicht, sich im Spiel sofort umzustellen.«

In der Schlussphase verwaltete der TuS den Vorsprung, baute ihn zunächst auf fünf Treffer auf, ließ Hille dann noch auf drei Tore herankommen. »Ich hatte aber nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren können«, sagte Jankowski. Sein Team geht als Tabellenzweiter in die Winterpause. Nach dieser stehen gleich entscheidende Wochen an. Erst geht es zum wieder erstarkten HCE Bad Oeynhausen, dann zum Primus TuS Brake.

TuS Nettelstedt II: M. Schröder, H. Schirge – Kruse (2), M. Schirge, Steinhauer (3), Oevermann (1), J. Schröder (3), Linne (7/2), Pohnke (2), Glöckner (4), Schulz (2), Byczynski (6/1)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 19. Dezember 2016