Spielberichte

Frauen-Bezirksliga: TuS Nettelstedt II - SG Häver-Lübbecke 35:25 (14:13) - Cindys Rache

Geschrieben von Julia Grotefeld

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da rafften wir uns auf und traten die schwere Reise an einen weit entfernten, dunklen Ort hinterm Berg an, bereit unsere ersten zwei Punkte nach dem tristen Sommerloch zu holen. Doch der Fluch des Saisonbeginns lastete auf uns und so verloren wir die Schlacht gegen den bösen Drachen Häver knapp und unglücklich.

Auf dem Heimweg lasen wir Cindy die Verstoßene auf, die fortan an unserer Seite weilen sollte. Und wir schworen zu warten, auf den Tag der kommen sollte und an dem wir unsere Schmach wiedergutmachen konnten. Und der Tag kam. Wir erwarteten Häver mit gewetzten Zähnen in unserem Gemäuer, bereit alles zu geben, um den Kampf an diesem Abend zu gewinnen. Schließlich ging es für viele von uns um alles (Zitat Julz: „Ich sterbe, wenn wir Häver nicht schlagen). Nach taktischer Beleuchtung der Kampfstrategien des Gegners starteten wir ins Spiel. Wir hatten allerdings nicht die Tücke Hävers bedacht, das mit einer List aufwartete: Ein böser Zauber (und es musste ein Zauber gewesen sein, ein andere Erklärung gibt es nicht) nahm uns unser handballerisches Talent und verwandelte uns in einen Schatten unserer selbst. Die miese Hexerei führte dazu, dass unsere geworfenen Bälle, wie von einer magischen Kraft gesteuert, neben das Tor geleitet wurden. Technische Fehler und Lücken in der Abwehr taten ihr Übriges, nach gut 17 Minuten stand es 4:10. Allein Jacky K. zeigte eine unerklärliche Immunität gegen den Zauber und hielt uns mit insgesamt 6 Treffern in der ersten Halbzeit im Spiel. Aber auch der Rest der Mannschaft wachte nach und nach aus seiner Trance auf. Bis zum Pausenpfiff erreichten wir so noch eine 14:13-Führung.

Im Anschluss in der Kabine ereignete sich ein seltenes und daher umso beeindruckenderes Naturschauspiel: Der Vulkan Achim explodierte. Unterdrückte Verzweiflung und angestaute Frustration bahnten sich ihren Weg in einem durch ganz Nettelstedt schallenden Wutausbruch. Was der Trainer dabei aber noch nicht ahnte: Wir hatten den Bann abgeschüttelt und mittlerweile verstanden, was zu tun war. Wieder auf dem Feld spielten wir genau den Handball, den die Nationalmannschaft einen Tag später mal hätte spielen sollen: Mit Laufbereitschaft, Ideenreichtum und schnellen Ballwechseln durchbrachen wir ein ums andere Mal die gegnerischen Reihen. Die Abwehr, unser Steckenpferd, machte es Häver immer schwerer, Tore gegen uns zu erzielen. Kyra setzte auf die bereits gute Leistung von Michi in der ersten Halbzeit noch einen drauf und entschärfte 11 Würfe Hävers, teilweise ohne dafür eine Abwehr zu benötigen. Der unbedingte und bedingungslose Wille zum Sieg, der in der ersten Halbzeit noch fehlte, war in jedem einzelnen Spieler, ob auf der Bank oder auf dem Feld, aufgeflammt. Das Spiel endete mit einem zauberhaften 35:25. Und so konnte auch die liebe Nevenca am Zeitnehmertisch zufrieden sein, musste sie doch wie versprochen deutlich weniger Tore für Häver verbuchen als sie es für uns tat. Und selbst Cindy lief mit einem verschmitzten Lächeln immer weiter ihre Runden... P.S.: Das heutige Extra-Sternchen (mit verstecktem Eigenlob) geht an die Flügelflitzer Jacky K. und Pogge, die zusammen 16 Tore verbuchen konnten. Bäm.

Michele Berning, Kyra Sudeck/ Jacky Meier (1), Jacky Kremser (8/3)/ Julz Schilling (6), Jaqui Burmester (3)/ Nadine Schilling/ Marie Schilling (5), Inka Otto/ Anika Westerhoff, Julia Grotefeld (8)/ Janine Dauks, Tina Kottkamp (4/2)