Spielberichte

Frauen-Bezirksliga: SV Warmsen - TuS Nettelstedt II 16:23 (7:9) - Böse Vorahnungen

Geschrieben von Julia Grotefeld

„Besser ist, am Ende zu führen als am Anfang.“ Mit dieser Weisheit versuchten wir nun schon eine ganze Woche lang, den Trainer wieder aus seiner nervös-angespannten Negativität zu holen. Sicherlich hatten wir gegen Häver die ersten 20 Minuten lang nicht unsere beste Seite gezeigt, aber am Ende konnte man uns dennoch eine gute und in der 2. Halbzeit sogar durchaus ansehnliche Leistung bescheinigen. Aber Achim wollte von all dem nichts hören. Die grauen Haare, die ihm in den besagten 20 Minuten gewachsen waren, sollten die letzten gewesen sein (wer's glaubt...). Und so trainierten wir „Angriffslogistiken“ und Abwehrkompositionen, immer mit dem Ziel vor Augen, im kommenden Spiel in Warmsen „nach 10 Minuten mit 12:0 zu führen“ und das arme Herz des Trainers zu schonen.

Dennoch kann man das, was dann am Samstag mit Namen Trainer in Warmsen auflief nur als nervöses Wrack bezeichnen. Unruhiges Umherwandern, zwischenzeitliches Verschwinden und die Suche nach Wanzen in den Kabinenduschen waren nur einige der höchst besorgniserregenden Symptome. Die Kabinenansprache wurde mit einem mündlichen Diskurs über die Anzahl und Höhenlage von festinstallierten Föns in Sporthallenkabinen begonnen (mit dem Ergebnis, dass die Normhöhen zumindest für Achims Kopfhaarpracht nicht geeignet sind) und gipfelte in der etwas fragwürdigen Motivationsstrategie, uns bei einem Sieg den kommenden Mittwoch als Bachelor-Abend zu schenken. Auch Schnappi schloss sich dem verrückten Treiben an und drohte im Fall einer Niederlage mit Verbannung ins Dschungelcamp.

Sollte all das seine Gründe in einer bösen Vorahnung gehabt haben? Denn wir starteten ins Spiel und taten zunächst alles dafür, dass die Nerven des Trainers nun endgültig zu zerreißen drohten. Ein 5:3 für den Gegner nach knapp 21 Minuten sprach zwar für eine wie gewohnt stabile Abwehrleistung und spiegelte Michis grandiose Form im Tor wider (die Angst vor dem Dschungel war offensichtlich groß), vorne im Angriff agierten wir aber weit unter unseren Ansprüchen hatten. Die wenig funktionsfähige Offensive resultierte aus vielen kleinen Unstimmigkeiten: Wir machten das Spiel nicht breit genug, standen einen Hauch zu dicht auf der gegnerischen Abwehr und spielten mit zu wenig Druck. Und so bissen wir uns am Mittelblock Warmsens die Zähne aus. Eine neue Perspektive musste her, also wurde gewechselt. Mit einem 4:0-Lauf zwischen der 22. und 25. Minute drehten wir das Spiel auf 7:5. Henne zeigte in dieser Phase, dass sie verstanden hatte, worauf es bei diesem Gegner ankam und setzte ihre Mitspieler mit viel Druck und Abräumen über alle Positionen in Szene. Halbzeitstand 9:7 für uns.

In der zweiten Halbzeit profitierten wir weiter von den Erkenntnissen Hennes. Ein schneller und breiter Spielaufbau führte zu mehreren einfachen Treffern über die Außenpositionen. Warmsen wusste sich in vielen Situationen nur noch mit Mühe zu helfen und kassierte dadurch einige 2-Minuten-Strafen und 7-Meter-Tore. In einer starken Phase zwischen der 41. und 48. Minute vergrößerten wir unseren Vorsprung von 15:11 auf 19:11. Nach ca. 45 gespielten Minuten kam hinzu, dass wir dem Gegner konditionell überlegen waren und über Tempogegenstöße und die zweite Wellen noch einige weitere Treffer erzielen konnten. In den letzten 8 Minuten ließen wir toremäßig wieder ein wenig nach, die Abwehr blieb aber weiter undurchdringlich, sodass am Ende ein 23:16 für uns auf der Anzeige stand. Die drei herausragenden Feststellungen dieser Partie: An unserer Mitarbeit am mentalen Wohlergehen des Trainers müssen wir wohl noch arbeiten, Jacky M. hätte bestimmt noch ein Tor gemacht, wenn sie nicht böse gefoult worden wäre und 7 Mal der gleiche Wurf von Außen ist zwar stumpf, kann aber schon mal zum gewünschten Erfolg führen. Am Ende bedanken wir uns mit einem mannschaftlichen Küsschen bei Opa Willie, der uns mit seinem kleinen Geschenk das Kabinenfoto versüßt hat.

Michele Berning (18 Paraden!), Corinna Vallo/ Jacky Meier (1), Jacky Kremser (2)/ Julz Schilling (5/1), Jaqui Burmester / Nadine Schilling, Henne Maschmann (5/4)/ Marie Schilling (2), Inka Otto/ Anika Westerhoff, Julia Grotefeld (7)/ Janine Dauks, Tina Kottkamp (1)