Landesliga: Nettelstedt II mit 30:27-Arbeitssieg gegen Detmold - Tabellenführer beweist Geduld

Von Volker Krusche

Nettelstedt(WB). »Jede andere Mannschaft hätte in dieser Situation mit drei Toren verloren. Wir aber nicht«, freute sich Michael Jankowski nach dem nachvollziehbar glanzlosen 30:27 (13:14)-Heimsieg gegen die sich hartnäckig wehrende SG Handball Detmold.

Der TuS Nettelstedt II bleibt Tabellenführer der Landesliga, profitiert sogar noch vom überraschenden Punktverlust von Verfolger TuS Brake beim 22:22 bei Kellerkind Sportfreunde Senne.

Alles andere als einen Arbeitssieg hatte Jankowski auch nicht erwartet, dafür waren die personellen Voraussetzungen zu schlecht. Bei Maurice Schirge war die alte Verletzung wieder aufgebrochen, so dass er eigentlich geschont werden sollte. Da aber Rene Glöckner und Jan Schröder die ganze Woche über sogar mit Fieber das Bett hüteten, stand Schirge dennoch Gewehr bei Fuß und stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Auch Glöckner und Schröder wirkten mit – man merkte ihnen aber deutlich die fehlenden Körner an. Zudem sollte Jugend-Bundesligaspieler Bjarne Schulz aufgrund von Rückenproblemen geschont werden; doch auch er musste ran.

»Logisch, dass uns die Dynamik und das Tempo fehlten, sonst hätten wir Detmold wahrscheinlich überrannt. Der Gegner holt zudem das Optimum heraus, während bei uns noch Luft nach oben ist. Allerdings haben wir aufgrund der aktuellen Situation in der zurückliegenden Woche auch nicht trainieren können. Vincent Steinhauer zum Beispiel ist für drei Wochen beruflich in Oldenburg tätig und kann überhaupt nicht trainieren.«

Unter den Augen einiger 81er-Europaokalsieger mahnte der Nettelstedter Coach bei seinen Mannen Geduld an. »Ich wusste, dass wir mit der vorhandenen Problematik viel Zeit brauchen würden, um ins Spiel zu finden.« Jankowskis Vorahnung traf ein, denn im ersten Abschnitt waren es die frech spielenden Lipper, die den Ton angaben. Nach dem 3:3 setzte die sich auf 6:3 (8.), 9:5 (11.) und 11:7 (17.) ab. Aufgrund des fehlenden Tempospiels legte die auf die Mittelposition ausgerichtete 5:0+1-Deckung Detmolds, bei der ein vorgezogener »Indianer« auch mal in die Manndeckung überging, das sonst so gefürchtete Angriffsspiel der Hausherren an die Kette. Beim 10:11 (23.) war Nettelstedt wieder dran, man verpasste aber zweimal den Ausgleich. Mit dem 13:14 war der TuS aber dennoch gut bedient.

Besser lief es nach dem Seitenwechsel, als die Hausherren Fahrt aufnahmen, vier Tore in Folge zum 17:14 erzielten und sich beim 20:15 (40.) endgültig auf der Siegerstraße wähnten. Wäre da nach dem 22:17 nicht einer der beiden Unparteiischen auf die »Tagesordnung« getreten. »Was in den folgenden Minuten gepfiffen wurde, ging gar nicht«, ärgerte sich Michael Jankowski, dass der Gast durch eine nicht nachvollziehbare Entscheidung nach der anderen beim 21:22 (48.) wieder im Spiel war. Dank toller Paraden von Torhüter Jan Wesemann nutzten Chris Byczynski und Rene Glöckner ihre Wurfchancen zum 24:21. Fortan hatte der TuS auf jeden Treffer der Lipper eine Antwort, so dass sich in letzten Minuten ein munteres Scheibenschießen entwickelte. Beim 28:24 in der 58. Minute war alles gelaufen. »Entscheidend war, dass wir auch unter diesen Bedingungen die Punkte einfahren. Mehr konnte man diesmal nicht erwarten«, war Trainer Jankowski zufrieden.

TuS Nettelstedt II: Wesemann, M. Schröder; Kruse (1), J. Schröder (7), Schirge, Steinhauer (2), Oevermann (1), Linne (4), Pohnke (2), Glöckner (3/3), Schulz (2), Byczynski (7)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 30. Januar 2017