Spielberichte

Handball-Verbandsliga der Damen: Nettelstedt schlägt Wehe 29:19 - »Eine Liga Unterschied!«

Von Ingo Notz

Nettelstedt(WB). »Zu hoch!« Mit einer ebenso klaren Ansage wie Niederlage ist Armin Hensel mit dem TuS SW Wehe in der Frauen-Verbandsliga angekommen: Im Altkreis-Derby setzte sich der TuS Nettelstedt mit 29:19 durch.

 Mit Vanessa Olbrich, etatmäßig auf der rechten Seite unterwegs, hatten die Nettelstedterinnen eine überraschende spielerische Variante am Kreis ausgepackt. Mit einer starken Defensivleistung legten die Gastgeberinnen die Basis für den klaren Derbysieg bereits in der ersten Hälfte. Dabei profitierte Nettelstedt auch davon, dass Wehe mit zuviel Respekt aufgelaufen war – und nach der ersten Führung dann beim 7:3 im Handumdrehen mit vier Treffern in Rückstand gerieten. »In der Verbandsliga musst Du auf den Punkt da sein, sonst wird es bestraft«, musste Wehes Trainer Armin Hensel mit seiner jungen Aufsteiger-Mannschaft im Altkreisderby erstes Lehrgeld zahlen.

Da half auch die erste Auszeit nicht viel – denn danach legte Nettelstedt einen 3:0-Lauf nach und hatte damit nach 15 Minuten schon eine zweite Duftmarke gesetzt. Wenig später waren es dann im Höhepunkt neun Tore, die Wehe in Verzug lag. Nach dem 17:8 gelang bis zur Halbzeit etwas Schadensbegrenzung, ehe sich Nettelstedt im letzten Drittel der zweiten 30 Minuten weiter absetzte. Dass es letztlich aber nicht mehr wurden als die zehn Tore Vorsprung, lag in erster Linie an den Gastgeberinnen selbst – und das stellte das Trainerduo nicht zufrieden: »Wir hätten 35 Tore werfen müssen«, ärgerte sich Jerry Meyer über die mangelhafte Ausbeute. Die letztlich deutliche Überlegenheit der Nettelstedterinnen erkannten auch die Gäste an: »Unterm Strich hat der TuS verdient gewonnen«, gab Wehes Trainer Armin Hensel zu, »mir war schon klar, dass es hier schwer werden würde. Nettelstedt hat eine richtig gute Mannschaft. Wir haben einfach keine Lösung gegen die 6:0-Deckung gefunden«, nannte er die Hauptursache für die hohe Derbyniederlage. »Wir wollten die Partie möglichst lange offen halten, lagen dann aber nach 15 Minuten schon weit hinten.« Dass auf dem Weg dahin auch das Offensivspiel nicht so funktioniert hat, lag einerseits am Fehlen von Sandrina Möll, andererseits auch daran, dass die zuletzt angeschlagene Neele Bruhn dem Weher Spiel diesmal nicht wie gewohnt ihren Stempel aufdrücken konnte. So fehlten die wirklich gefährlichen Zuspiele – nicht selten resultierten aus dem Qualitätstief in der Spielgestaltung dann Nettelstedter Ballgewinne, Konter und Tore. »Bei der Passqualität war es eine Liga Unterschied«, ärgerte sich Armin Hensel über einige Bälle, die noch nicht Verbandsliganiveau hatten.

Zudem bekam die Weher Abwehr gleich drei Torgaranten der »Roten« nicht in den Griff: Miriam Bolduan avancierte so mit zehn Treffern zur gefährlichsten Nettelstedterin, ihr folgten mit jeweils sieben Treffern Sofie Hyvoenen und Anke Schubauer. »Wir haben den Grundstock in der ersten Hälfte gelegt, da haben wir gut in der Abwehr gespielt. Am Ende haben wir den Vorsprung auch nicht nur verwaltet, sondern ausgebaut«, freute sich »Jerry« Meyer über den verdienten Startsieg.

TuS Nettelstedt: Krömker – Radermacher, Walter (1), Borgmann, Hyvoenen (7/2), Kaufmann, Martin (2), Bolduan (10), Gerling, Olbrich, Schwier (2), Schubauer (7)

TuS SW Wehe: Neuberger, Roedenbeck – Bredenkötter (1), Ibrisagic, Langschmidt, Christina Clemens (1), Hoischen (2), Jurczyk, Hoppe (2), Bruhn (4/3), Ulrike Clemens (5/1), Lappe (1), Wiedemann (1), Tacke (2)

Zehn Treffer:Nettelstedts Miriam Bolduan war die erfolgreichste Torschützin im Altkreis-Derby.

 

Auf dem Boden der Tatsachen: Isabelle Kauffmann (rechts) behauptet den Ball gegen Wehes Ulrike Clemens.

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 11. September 2017