Spielberichte

Frauen-Bezirksliga: TV Sachsenross Hille 2 vs. TuS Nettelstedt 2 – 16:31

Tädäädäädäädääääää! Fanfaren, Trommelwirbel, Einlaufmusik, Lichtershow: Da sind wir wieder. Willkommen zu einer neuen Saison von „Us against the Minden-Lübbecke-Handball-World“ oder „Die vielen kleinen Abenteuer der Nettelstedter 2. Frauen“.

 Lang lang ist's her, dass wir euch mit unseren stets hochmotivierten, liebenswürdig chaotischen und mehr oder minder erfolgreichen Wochenendaktivitäten bei Laune gehalten haben, und ich weiß genau, ihr habt uns doll vermisst. Aber so sicher, wie auf jede Saisonpause die Vorbereitung folgt, endet diese eben auch immer unweigerlich mit einem Saisonstart und damit mit unserer Wiederauferstehung in eure Spielberichtslektüre.

Aber bevor wir uns den geschäftlichen Dingen widmen, möchte ich einen kurzen und fast schmerzlosen Einblick in unseren Sommer gewähren. Nach unserem Abgang aus der letzten Saison folgte, was folgen musste: Die Mannschaftsfahrt. Aus Jugendschutzgründen kann ich dazu nicht mehr sagen, nur so viel: In unendlicher Weite und Einsamkeit entdeckten viele die Liebe zur Weinschorle, einige die Liebe zum Singen und eine die Liebe zu Schafen (auf dem Teller). Nach dieser prägenden Erfahrung brauchten wir ein kleines Päuschen voneinander, rafften uns dann aber bald zusammen, um voll motiviert in die Vorbereitung zu starten. Das diesjährige Motto: „Heute machen wir weniger, aber mehr.“ Mehr: Mehr Testspiele, mehr Planwagenfahrten, mehr Laufen im Wald und Moor, mehr Panzerziehen (ja, genau, wir ziehen Panzer, bäähm!). Weniger: Weniger Geld in Achims Portemonnaie, denn bei jedem guten Spiel gab's einen neuen Backofen. Und was gab's noch? Mit Paula (alte Bekannte) und Janina (neue Bekannte) zwei Verstärkungen für unsere Truppe. Highlights des Trainers: Eine in jedem Testspiel bis zum Ende kämpfende Mannschaft und das Blasheimermarkt-Wochenende, an dem es ihm vergönnt war, eine Auszeit vom manchmal doch etwas stressigen Trainerdasein zu nehmen.

Wir wähnten uns also im Laufe einer Vorbereitung mit voll besetzten Auswechselbänken schon im siebten Kader-Himmel. Doch weit gefehlt. Pünktlich zum Saisonstart minimierte sich unsere Truppe auf ein kleines Häufchen Überlebender. Woran das lag? Entgegen der doch relativ hohen Wahrscheinlichkeit war niemand beim Laufen im Wald verloren gegangen, nein nein. Vielmehr ergab sich eine ungünstige Verkettung von beruflichen Verpflichtungen, körperlichen Gebrechen und privaten Planungen. Und so reisten wir nach Hille, mit 9 etatmäßigen Feldspielerinnen, zwei Torhüterinnen, 4 Verletzten, 2 Verhinderten (die entsprechend nicht mitreisten) und einem Überraschungsgast. An dieser Stelle schon einmal vielen Dank an die liebe Gabi, die die Handballschuhe nochmal fest zuschnürte und sich dem Muskelkater todesmutig entgegen stürzte.

Gegen Hille starteten wir zunächst ausgeglichen. Doch unsere stabile Abwehr, die sich im ein oder anderen Vorbereitungsspiel nicht so recht formen wollte, glänzte an diesem Sonntag direkt wie in alten Zeiten, sodass wir es Hille schwer machten, am Ball zu bleiben. Nach ca. 14 Minuten hatten wir uns beim 10:5 bereits 5 Tore Vorsprung erarbeitet. Und ab der 19. Minute erlaubte die bärenstarke Kyra im Tor den Hillern keinen Torerfolg mehr, was zum 16:7-Halbzeitstand führte. Im Angriff zeigten wir den Zuschauern und besonders auch dem Trainer, dass wir uns sowohl individuell als auch im kreativen Zusammenspiel gut weiterentwickelt hatten, eine tolle Mannschaftsleistung!

Die zweite Halbzeit startete so wie die erste endete: Mit einigen starken Tempogegenstößen von Jaqui B., die zwar zunächst kurz zögerte, sich dann aber immer wieder bis zum Tor durchkämpfte. Stoppen konnte sie nur eine Kollision mit dem Gegner Mitte der zweiten Halbzeit, die ihr einen brummenden Schädel und eine leichte Gehirnerschütterung bescherte. Wir wünschen gute Besserung. Das Spiel endete schließlich herrlich unspektakulär mit einem 31:16-Erfolg aus unserer Sicht. „Langweilig“ tönte es teils von den Zuschauerrängen. Das Fazit des Trainers fiel jedoch ganz anders aus: „Ich war nach einem Spiel noch nie so zufrieden, eine innerliche Ruhe kehrte ein.“ Trotz panzerziehmäßigstarker Mannschaftseinstellung war also doch ein wenig Nervosität geblieben, die wir dem Trainer mit diesem Comeback hoffentlich nehmen konnten.

Corinna Vallo, Kyra Sudeck/ Jacky Meier (2), Anika Westerhoff/ Jaqui Burmester (4), Julz Schilling (5)/ Henne Maschmann (6/4)/ Gabi Korandova (3)/ Paula Laubenstein(3), Julia Grotefeld (1)/ Janine Dauks (2), Tina Kottkamp (5)