Spielberichte

Frauen-Bezirksliga: FSG Meißen-Röcke/Klus 1 – TuS Nettelstedt 2: 19:19

Willkommen zu einer neuen Folge unserer handballerischen Lach- und Krachgeschichten. Heute: Kuri- und Furiositätenkabinett.

Kuriosität Nr. 1: Emotionsgeladener Handball. :

„Im Handball zeigt man Emotionen!“ In dieser Woche war eine kleine Lehrstunde zum Thema Softskills und „lass auch mal die Pferde mit dir durchbrennen“ angesagt. Trainer und Mannschaft klärten sich im Training gegenseitig darüber auf, an welchen Stellen man seiner Be- oder Entgeisterung freien Lauf lassen sollte und wann man das auf und neben dem Spielfeld doch besser lässt. Dieser kleine Exkurs zeigte tatsächlich seine Wirkung, doch dazu kommen wir später.

Kuriosität Nr. 2: Vom Reisen durch Raum und Zeit... und über gesperrte Brücken.

Es ist ja nicht so, als hätten wir über den Weg in die Meißener Sporthalle nicht mehrfach gesprochen... Es wurde durchaus rechtzeitig festgestellt, dass es durch die bekannte Sperrung in der Mindener Innenstadt zu Verzögerungen kommen kann, die man besser umfahren sollte. Und da die Ankunftszeiten in den gegnerischen Sporthallen durch die neu eingeführte Spielvorbereitungstaktik ohnehin knapp bemessen sind (wir kommen neuerdings einfach so spät, dass keiner Zeit hat, überhaupt nervös zu werden), wäre eine andere Wegwahl durchaus klug gewesen. Dennoch fuhr das vorfahrende Auto geradewegs und sehenden Auges ins Unglück... Wer war denn nochmal vorgefahren?

Kuriosität Nr. 3: „Ich habe eine Wassermelone geworfen.“

Wir kamen also spät in der Oafstraße an, seeehr spät. Dennoch schafften es alle rechtzeitig in die Halle, auf das Feld und an den Ball. Apropos Ball: Vielleicht lag es daran, dass wir spät dran waren und keine Zeit dafür hatten, zumindest ging die Auswahl des Spielballs komplett an uns vorbei. Plötzlich war sie also da, diese riesengroße Wassermelone. Leise Stimmen sprechen von einer Einflussnahme durch hochoffizielle Stellen aus der Staffelleitung. Aber seriöse Reporter würde solche unbewiesenen Behauptungen niemals der Öffentlichkeit preisgeben. Eine vollständige Entschuldigung für unsere vielen liegengelassenen Chancen in der ersten und zweiten Halbzeit ist diese Wassermelone zumindest nicht. Wir hielten bis zur 12. Minute (2:3) mit, konnten dann aber 12 Minuten lang nur ein Tor erzielen, was Meißen eine 9:4-Führung bescherte (24. Minute). Den 5-Tore-Vorsprung gab Meißen auch zur Halbzeit nicht ab (11:6). Mitte der zweiten Halbzeit holten wir zunächst ein bisschen auf (11:14 in der 44. Minute), ließen den Gegner dann aber doch auf 12:18 ziehen (22.). Aber dann kamen sie, die Emotionen, der Kampfgeist, der unbedingte Wille! Wir gaben nicht auf, sondern rissen uns endlich zusammen. Corinna vernagelte kurzer Hand das Tor, die Abwehr stellte sich besser auf und im Angriff fanden die Würfe nun doch noch ihren Weg vorbei am gegnerischen Hüter.

Kuriosität Nr. 4: Von Feinden, die zu Freunden werden.

Und dann kam das furiose Finale. Die Vertrautheit der Schiedsrichter mit dem gegnerischen Verein war eventuell das ein oder andere Mal zu erahnen, als es aber hitzig wurde, behielt die Spielleitung einen kühlen Kopf und hielt sich vorbildlich ans Regelwerk. Was war passiert? Es musste schnell gehen. 50 Sekunden vor Schluss: Es stand 17:19 für Meißen, wir waren im Angriff, der Trainer nahm eine Auszeit. Aufgabe: Ein Tor muss her, schnell! Wie? Freiwurf. Wer? Julz. Gesagt, getan, gemacht. Und Julz knallte das Ding oben in den Winkel. Der darauffolgende Angriff vom Gegner verlief zumindest für uns erfreulich kurz und erfolglos, sodass wir noch einmal unsere Chance bekamen. Wir holten abermals einen Freiwurf, den es schnell auszuführen galt. Und dabei wurden wir vom Gegner behindert. Entscheidung des Schirigespanns: Rote Karte und 7-Meter. Verständlich, dass das auch auf der gegnerischen Bank zu Emotionen führte. Noch verständlicher, dass die Nerven an allen Ecken und Enden blank lagen (7-Meter-Schützin Janina zitterte nur noch, unser Trainer verschwand kurzzeitig im Kabinengang, der Lärmpegel in der Halle schwoll ungewohnt an). Der zunächst verworfene 7-Meter war vor lauter Aufregung also nur eine Fehlinterpretation des 2-Minuten-Pfiffs gegen die Meißener Bank. Kurze Verzweiflung, dann kurze Erleichterung, dann wieder kurz vorm Nervenzusammenbruch. Am Ende wurde der tatsächliche 7-Meter angepfiffen und sauber durch Janina verwandelt. Und dann zeigten wir alle, was wir im Training gelernt hatten: Richtig viele, richtig gute Emotionen!

Ein ereignisreicher Sonntag liegt hinter uns, schön war's, aufregend war's. Aber beim nächsten Mal wird’s hoffentlich etwas ruhiger...

Corinna Vallo, Kyra Sudeck, Michele Berning/ Jacky Meier (1), Anika Westerhoff/ Julz Schilling (4), Janina Grothaus (4/4)/ Henne Maschmann (3), Tinte Schilling (1)/ Jaqui Burmester, Marie Schilling (1)/ Paula Laubenstein (1), Julia Grotefeld (1)/ Tina Kottkamp, Sunny Dauks (3)