Handball-Verbandsliga: TuS Nettelstedt II fertigt TV Verl mit 40:25 ab - Demonstration der Stärke

Von Marc Schmedtlevin

Nettelstedt(WB). Ein Heimauftakt zum Einrahmen: Der Verbandsliga-Aufsteiger TuS Nettelstedt II hat den TV Verl beim 40:25 (17:13)-Erfolg vorgeführt. Ein Gala-Abend mit vielen Toren, feinen Spielzügen und jeder Menge Spaß.

Der Mann des Abends: Jan Schröder (Mitte) hat 17 Treffer zum Nettelstedter Gala-Abend beigetragen.

Die TuS-Akteure kamen in der zweiten Hälfte aus dem Strahlen gar nicht mehr heraus. Sie merkten, dass sich eine Partie entwickelte, in der irgendwann einfach beinahe alles gelingen sollte. Anspiele durch die Beine, No-Look-Pässe an den Kreis, Dreher – die Nettelstedter Handballer zeigten einiges aus ihrem umfangreichen Repertoire. Die Gäste aus Verl wussten in der Schlussphase teilweise nicht mehr, wo sie decken sollten. Der Ball war dann meist schon längst eine Station weiter rotiert oder bereits im Tor gelandet. »Solche Abend erlebt man vielleicht ein oder zwei Mal in der Saison«, schwärmte TuS-Trainer Sebastian Redeker, für dessen Geschmack allerdings am Ende schon einmal bisschen zu viel für die Galerie gespielt wurde: »Richtig gefallen hat mir das nicht, aber bei so einem Erfolg will ich darüber hinwegsehen.«

Für die Spieler dürfte das eine Randnotiz gewesen sein. Sie holten sich nach der Schlusssirene erst einmal den Applaus der Zuschauer ab, setzten fröhlich zur Laola an. »Das hat richtig Spaß gemacht«, sagte Jan Schröder hinterher. Der Rückraumspieler spielte sich in den Fokus. Er riss das Offensivspiel an sich und kam auf herausragende 17 Treffer. »In der Jugend ist mir das mehrere Male gelungen, bei den Herren noch nicht«, sagte Schröder.

Ganz so einfach machte es sich Trainer Redeker bei der Analyse nicht. Natürlich hatte auch er den Schröders Torreigen zur Kenntnis genommen, alleine in den Mittelpunkt stellen wollte er diesen aber nicht: »Wir haben in allen Mannschaftsteilen sehr gute Arbeit geleistet. Deswegen ist es ein Erfolg des Kollektivs.«

Der Kantersieg deutete sich allerdings in der ersten Hälfte noch nicht an. Nettelstedt II übernahm erst nach elf Minuten erstmals die Führung (5:4). Auch nach 20 Minuten hielt der Gast aus Verl immer noch den direkten Anschluss. Bis zur Pause setzte sich die TuS-Reserve langsam ab, weil die Abwehr sehr gut stand und auch das Zusammenspiel mit dem Torhüter funktionierte. Über 15:11 (24.) hieß es nach der ersten Hälfte 17:13.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs ließen die Gastgeber dann aber gar keine Zweifel mehr an einem Heimsieg aufkommen. Hinten machten sie erst einmal komplett dicht, erzielten einen schnellen 5:0-Lauf und hatten beim 22:13 (35.) bereits für die Vorentscheidung gesorgt. Beim Stand von 28:18 nach 44 Minuten wurde der Vorsprung erstmals zweistellig. »Wir haben uns in einen Rausch gespielt«, sagte Redeker.

Der Trainer nutzte die Schlussphase, um allen Spielern Einsatzzeit zu verschaffen und das Team konnte es sich leisten, noch einiges auszuprobieren. Das Erzielen von Toren vergaßen die Nettelstedter dabei nicht und schraubten die Differenz in die Höhe – bis zum 40:25-Endstand.

Als ausgeprägt erwies sich am Samstag der Teamgeist in Nettelstedt. Jede Parade, jeder Ballgewinn und jeder Treffer wurde nicht nur auf dem Feld, sondern auch von der Bank durchgehend bejubelt. Ein Pluspunkt auf einem möglichen Weg zu einer starken Saison. Mit dem Gala-Abend hat der TuS jedenfalls ein Signal an die Konkurrenz entsendet.

TuS Nettelstedt II: M. Schröder, Wesemann – Schmidt (2), Kruse, Schirge (6), Grzesinski (1), Ronning, Spreen (1), Oevermann (2), Thielking, Pohnke (3), Glöckner (6/2), J. Schröder (17/4), Byczynski (2)

Eine feste Größe in der Abwehr und im Angriff: Hier setzt Nettelstedts Axel Pohnke zu einem seiner Treffer an.

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 18. September 2017

 

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