Spielberichte

Frauen Bezirksliga: HSG Espelkamp-Fabbenstedt 1 – TuS Nettelstedt 2: 17:20

Ein neues Handballjahr hat begonnen und auch wir haben einige der vielen guten Vorsätze für 2018 noch nicht verworfen. Wer aber dachte, dass wir uns noch zu einer ganz normalen Handballmannschaft entwickeln, war dann wohl doch etwas zu optimistisch. In den Trainingseinheiten der Winterpause ließ sich der Trainer zumindest auf so manche unkonventionelle Ertüchtigungsübung ein. So versuchten wir uns im Frisbee, benutzten Trampoline als Anspielpartner und scheiterten mehr oder weniger elegant an zirkusreifen Liegestützübungen.

Der aufmerksame Leser merkt vielleicht schon, worauf die Autorin hinaus will: Auch unsere erste Bewehrungsprobe in 2018 verlief alles andere als gewöhnlich. Hoffte der ein oder andere angereiste Zuschauer noch auf eine unaufgeregte und lockere Samstagnachmittagspartie gegen den Tabellenletzten aus dem Nachbarort, wurde er schnell eines Besseren belehrt. Derbytime ist eben immer etwas Besonderes und so boten wir wenig Kaffeeklatschhandball, dafür aber Spannung bis zum letzten Augenblick.

Los ging es in der Kabine mit ausgiebigen Diskussionen über die optimale Sportlerernährung. Unser Tipp: Gänsekeule! Oder vielleicht doch eher nicht? Der Spielbeginn ließ nicht darauf schließen, dass wir genügend Power-Food zu uns genommen hatten: Nach unserer 1:0-Führung in der 1. Minute verabschiedeten wir uns erst einmal weitestgehend aus dem Spiel und ließen Espelkamp über 4:1 (9. Minute) auf 6:2 (12. Minute) davonziehen. Im Angriff agierten wir zu ungefährlich, in der Abwehr ließen wir uns zu oft vom Gegner über den Kreis oder halb Rechts austricksen. Bis zur 17. Minute gelang es uns aber dann, den Faden wieder zu finden und den Abstand auf 6:5 zu verringern. Dennoch kamen wir einfach nicht am Gegner vorbei und gingen mit 2 Toren Rückstand in die Halbzeit (10:8).

Der gute Vorsatz des Trainers für 2018: Mehr loben. Leider halten solche Vorsätze situationsbedingt selten lange an. Und so gab es vor dem Spiel durchaus noch ein Lob für gute Leistungen in vergangenen Trainingsspielen, mit Bezug auf DIESE erste Halbzeit fielen die lobenden Worte dann aber doch eher knapp aus. „Hier gewinnt ihr nur über den Kampf.“ lautete Achims Versuch, unseren Derbygeist zu wecken. Es zeichnete sich also bereits ab, dass wir hier nicht mehr über „Schönspielhandball“ sprechen brauchten, sondern einfach mal die Zähne zusammenbeißen mussten.

Die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit ließen noch keine große Änderung erkennen. Wir liefen dem Gegner immer mit ein, zwei Toren Abstand hinterher, in der 47. Minute führte Espelkamp sogar beim 15:12 mit 3 Toren. Die Abwehrreihen standen besser, aber noch nicht stabil genug, im Angriff konnte sich lediglich Natze durchsetzen und so neben einem Tor drei 7-Meter herausholen. Dann aber folgte wie durch Zauberhand der Umschwung. Zwischen der 48. und 53. Minute hatten wir einen 4:0 Lauf und gingen somit endlich mit einem Tor in Führung (15:16). Espelkamp glich noch zwei Mal aus (16:16 in der 54. und 17:17 in der 56. Minute). Doch unser Kampfgeist war endlich erwacht. Wir erzielten erneut über Außen die Führung (57. Minute) und setzten noch ein Tempogegenstoß-Tor oben drauf (59. Minute, 17:19). Espelkamp spekulierte nun auf Schadensbehebung und probierte es 1:30 Minuten vor Schluss mit einer offenen Manndeckung. Der Versuch scheiterte aber und wir setzten mit dem 20. Tor 10 Sekunden vor Schluss den Deckel drauf. Endstand 20:17 für uns.

Puh, nochmal von der Schippe gesprungen. Aber wie gesagt: Normal kann ja jeder. Also bis zum nächsten Mal, wenn ihr mal wieder keine Lust auf einen geruhsamen Nachmittag habt.

Corinna Vallo, Michele Berning/ Jacky Meier, Anika Westerhoff/ Julz Schilling (4), Janina Grothaus (7/5)/ Marie Schilling (1)/ Natze Kremser (2), Inka Otto/ Paula Laubenstein (3), Julia Grotefeld/ Tina Kottkamp (2), Sunny Dauks (1)

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