Verbandsliga: TuS Nettelstedt II gewinnt das Derby gegen die HSG Hüllhorst mit 23:22 - Des einen Glück, des anderen Pech

Von Volker Krusche
Nettelstedt/Hüllhorst (WB). »Derbysieger, Derbysieger« jubelten die einen und tanzten auf dem Parkett im Kreis. Wortlos hockten die anderen auf der Bank oder dem Hallenboden, die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Handball kann brutal sein. Diese Erfahrung machte die HSG Hüllhorst im Verbandsliga-Derby nach dem 22:23 (9:12) beim TuS Nettelstedt II.

Rene Glöckner war am Ende der gefeierte Held. Er war es, der 55 Sekunden vor Spielende einen Siebenmeter verwandelte und den Siegtreffer für die Hausherren markierte. Ein glücklicher Erfolg, daran ließen Trainer und Spieler beider Mannschaften nach dem Schlusspfiff keinen Zweifel aufkommen. Aber einer, den die weiter auf ihren Shooter Jan Schröder verzichtenden Hausherren ihrem Konto gern gutschrieben, denn nach den schweren Wochen vor Jahresfrist scheint das Team von Sebastian Redeker mit Siegen in den ersten beiden Partien des neuen Jahres wieder in die Spur gefunden zu haben. »Wir wussten genau, was uns erwartet, dass das ein ganz schweres Spiel für uns würde. Ich bin natürlich erleichtert, denn wir haben bestimmt nicht unsere beste Leistung gezeigt und uns das Leben nach klarer Führung unnötig schwer gemacht«, resümierte Redeker.

Schwache Viertelstunde der HSG leitet Wende ein

In der Spur befanden sich die Hüllhorster zumindest 45 Minuten lang. Doch eine schwache Viertelstunde zwischen der 20. und 35. Minute bedeutete für sie nach gutem Start eine kräftezehrende Aufholjagd, an deren Ende mal wieder schmerzhaftes Pech stand. »Stehst du unten, verfolgt dich in solchen Momenten der Fluch des fehlenden Glücks«, brauchte HSG-Trainer Lars Halstenberg zunächst ein paar Minuten, um nach Fassung zu ringen.

Dabei überraschte er die Gastgeber mit einer besonderen Taktik. Da neben Heidenreich, Budde und dem auf Sri Lanka urlaubenden Marcel Kleffmann mit dem grippekranken Jonas Bartsch ein weiterer Rückraumspieler fehlte, nahm er bei eigenen Angriffen konsequent Jan-Philip Schnute aus seinem Kasten und brachte für ihn einen siebten Feldspieler, so dass Hüllhorst mit zwei Kreisläufern agierte und dadurch in der Anfangsphase immer wieder zum Erfolg kam. Schnell führte die HSG mit 4:0, erlaubte Nettelstedt erst nach zwölf Minuten den ersten Treffer.

Glöckner trifft vom Siebenmeterpunkt zum 23:22

Bis zum 8:4 (21.) ging die Rechnung von Coach Halstenberg auf, ehe die Angriffsdisziplin mehr und mehr litt und der TuS den Ball einige Male nur ins verwaiste Hüllhorster Tor werfen musste. Zweimal klappte das zwar nicht, dennoch war das die perfekte Einladung zur Aufholjagd, ja sogar zur Wende. Aus dem Rückstand machte Nettelstedt über 9:9 ein 12:9 und legte mit zwei schnellen Toren nach dem Seitenwechsel gleich zum 14:9 nach.

Das Derby schien seinen erwarteten Lauf zu nehmen. Doch dann auf einmal ging der TuS mit seinen Chancen zu fahrlässig um und ließ auch hinten die vorherige Entschlossenheit vermissen. Hüllhorst verstand das als Einladung, kam Tor um Tor heran und schaffte beim 19:19 (50.) den Ausgleich. Auch das Nettelstedter 22:20 egalisierte die Gäste wieder, scheiterten nun aber an sich selbst. Hatte der zuvor sichere Siebenmeterschütze Christopher Kreft schon vor dem ersten Ausgleich einen Strafwurf ausgelassen, so war es in der entscheidenden Phase insbesondere Paul Reichelt, der zunächst einen langen Konterball nicht richtig unter Kontrolle brachte, im folgenden Angriff dann freistehend an Maik Schröder scheiterte. Das rächte sich bitter. Nach dem Siebenmetertor durch Glöckner zum 23:22 blieben Hüllhorst noch 54 Sekunden, doch der finale Wurf durch Mario Struck fand keinen Weg ins Ziel.

 

TuS Nettelstedt II : Wesemann, M. Schröder; Mündemann (1), Schmidt (1), Kruse (1), Steinhauer, Schirge (4), Grzesinksi (3), Ronning, Spreen, Oevermann (1), Pohnke (2), Glöckner (3/3), Byczynski (5)

HSG Hüllhorst : Schnute, Laroche; Struck (2), Meyer, Tiemann (2), Blomenkamp (3), Röthemeier (2), Reichelt (3), Kreft (9/4), Grabein, Meyer zu Allendorf, Hodde (1)

Geschenkt wurde im Derby keinem Spieler etwas. Hier macht Nettelstedts Linkshänder Maurice Schirge die Erfahrung gegen Lenard Tiemann und Christopher Kreft. Foto: Krusche

Quelle: Westfalenblatt

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