Spielberichte

Handball-Verbandsliga: Nettelstedt gewinnt mit 27:19 bei Wehe -Wieder klare Verhältnisse

Von Marc Schmedtlevin

Rahden(WB). Jubel auf der einen, Frust auf der anderen Seite: Im Altkreis-Duell der Verbandsliga-Handballerinnen hat es einen ganz klaren Sieger gegeben. Der TuS Nettelstedt setzte sich beim TuS SW Wehe mit 27:19 (12:7) durch.

 

Der Verlauf und die Szenen nach dem Abpfiff erinnerten doch stark an das Hinspiel. Wie schon im September 2017 durften die Nettelstedterinnen einen großen Kreis bilden und zum Sieges-Tänzchen ansetzen. Auf der Gegenseite war die Stimmung dagegen logischerweise gedrückt. Die Weher Spielerinnen saßen mit gesenkten Köpfen auf der Bank und suchten nach Ursachen. Die Reaktionen machten deutlich, welchen Stellenwert das Duell im Kampf gegen den Abstieg hatte.

Nettelstedt setzte sich erst einmal auf zwei Punkte von den Weherinnen und gleichzeitig auch von den Abstiegsplätzen ab. Die Schwarz-Weißen wurden dagegen auf den letzten Tabellenplatz durchgereicht. »Wenn wir jetzt noch die Klasse halten, ist es schon ein kleines Wunder«, blickte Trainer Armin Hensel voraus.

Zuvor hatte er anerkennen müssen, dass die Nettelstedter Überlegenheit zurecht mit zwei Punkten belohnt wurde. Vor allem in Sachen Durchschlagskraft hatte der Gast die Nase vorne. »Wir waren erschreckend schwach und haben kein Verbandsliga-Niveau angeboten«, schimpfte Hensel. Zufriedener fiel das Fazit auf der Gegenseite aus. »Wir haben uns über weite Strecken an die Vorgaben gehalten und die Ruhe bewahrt. Jetzt haben wir erst einmal ein kleines Polster«, sagte Torsten Meyer und Thorsten Waldmann.

Deren Team profitierte von einem frühen Vorsprung. Nach zehn Minuten hatte sich Nettelstedt auf 4:0 abgesetzt. Schon in der Anfangsphase wurden die Weher Probleme aus dem Positionsangriff aufgedeckt, es fehlten die Ideen. Zwar kamen die Gastgeber danach etwas besser ins Spiel und verkürzten auf 4:5 (13.), doch der Ausgleich sollte zu keinem Zeitpunkt der Partie gelingen. Der Gast aus Nettelstedt, bei dem kurz vor der Pause Vanessa Olbrich aufgrund einer Schulterverletzung ausfiel, zog wieder davon – über 8:4 (21.) auf 12:7.

Mit Wiederbeginn wollte Wehe auf schnellere Abschlüsse setzen und wieder das gewohnte Tempo aus einer kompakten Defensive heraus aufnehmen. Dies gelang gegen eine jetzt passivere Deckung der Gäste zunächst ganz gut. Beim 12:14 (39.) war der Anschluss wieder hergestellt. »Es war aber nur ein kurzes Strohfeuer«, sagte Hensel.

Nettelstedt war in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs wenig eingefallen, vorne fehlte das nötige Tempo. Dies nahm der Gast in Form von Eins-gegen-Eins-Situationen aber rechtzeitig wieder auf. Vor allem Yasmin Schwier und Sofie Hyvönen setzten nun Akzente und verschafften ihrem Team wieder einen Vier-Tore-Vorsprung zum 18:14 (44.). Von diesem Rückschlag erholte sich Wehe nicht mehr, weil die Gastgeber sich weiterhin zu viele Fehler im Aufbau und Abschluss leisteten und nun mehrmals in Unterzahl gerieten – unter andrem sah Celine Langschmidt die rote Karte. Auch das öffnen der Deckung spielte eher den Gästen in die Karten.

Nettelstedt nutzte die Räume und spielte einem deutlichen Erfolg entgegen. Wie groß die Freude darüber war, machte ein Luftsprung von »Jerry« Meyer deutlich. »Die Erleichterung ist groß, wir wollten unbedingt gewinnen«, sagte der Coach nach dem Befreiungsschlag Abstiegskampf.

TuS SW Wehe: Neuberger, Hartlage – Bredenkötter, Ibrisagic, Langschmidt, Möll (2), Jurczyk, Hoppe (1), Bruhn (7/1), U. Clemens (6/1), Wiedemann (2), Bollmeier, Tacke (1)

TuS Nettelstedt: Krömker, Lichtsinn – Radermacher, Walter (1), L. Borgmann (3), Hyvönen (10/3), Kaufmann (5), Kruse (2), M. Gerling, F. Gerling, Olbrich (1), Schwier (4), Schubauer (1)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 05. Februar 2018

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