Spielberichte

Frauen-Bezirksliga: TuS Nettelstedt 2 – HSG Porta Westfalica 1: 31:20

Wer kennt sie nicht, diese kitschigen „Wiedersehensmomenteszenen aus schnulzigen Kinofilmen à la „Tatsächlich Liebe“ und Co.: Menschen fallen sich lachend in die Arme, weinen vor Freude, begrüßen sich herzlich nach langer oder eventuell auch etwas kürzerer Trennung. Im Hintergrund Schmachtmusik („It must have been love, but it's ooover noooow...“), hier und da eingestreute Zeitlupen und vielleicht auch noch eine Stimme aus dem Off, die irgendeine sentimentale Lebensweisheit von sich gibt.

So oder so ähnlich spielte sich auch unser Wiedersehen mit Archi ab, der nach gefühlt unendlich langer Verbannung in die Einöde tatsächlich wieder seinen Weg zurück zu uns gefunden hat. Durchaus optisch etwas verändert („Wer ist der bärtige Mann da?“) und auch um einige Erfahrungen reicher (Nordic Walking und Wassergymnastic scheiden als Alternative zum Handballtrainerdasein schon mal aus), aber immer noch die alte Seele, die uns von Geschmacksexplosionen mit Leberkäsebrötchen und Erlebnissen mit Poolnudeln zu berichten wusste.

Exkurs: Achims neues Vokabular

  1. verackern, sich; Wortart Verb, Beispiel: Sie verackerten sich bis auf's Äußerste. Synonym: sich verausgaben, sich sportlich betätigen bis zur völligen Erschöpfung

Die Vorgabe für unser erstes Spiel unter dem neuen alten Trainer lautete: Tempo, Tempo, Tempo. Ob 1. oder 2. Welle, die Devise war, den Gegner müde zu machen, leichte Tore über schnelles Spiel zu erzielen und unsere volle Bank zu nutzen. O-Ton Trainer: Wer sich nicht verackert, wird ausgewechselt. Wer sich verackert hat... auch. Klare Ansage. Wir mühten uns also um Umsetzung. Und wie das so ist in romantischen Wiedersehensschnulzen mit Happy End ist, klappte dieses Mal alles wirklich gut. Die ersten 10 Minuten gestaltete sich das Spiel noch ausgeglichen, dann aber begannen wir damit, uns nach und nach abzusetzen. Vom 3:3 (8.) ging es über 5:3 (12.) zum 8:5 (16.), wobei besonders Janina in dieser Phase wichtige Rückraumtreffer landen konnte. 2 Minuten lang leisteten wir uns einen kleinen Einbruch (8:7, 18.), dann aber ging es weiter mit der wilden Fahrt. Zur Halbzeit hatten wir uns so bereits auf einen komfortablen 6-Tore-Vorsprung gemausert (16:10), teilweise lagen wir vorher sogar schon mit 7 Toren in Front.

In der Kabine gab es, fast schon Rosamunde-Pilcher-like, kaum was zu meckern. Das Tempo war hoch und wenn die erste Welle nicht geklappt hatte, schafften wir es dennoch über schnelles Spiel, Lücken in die gegnerische Abwehr zu reißen. „Weiter so“, hieß es vom Trainer, wobei er den Zusatz hinterher schob, dass dieses „weiter“ nun größtenteils von den noch frischen Spielerinnen in die Tat umgesetzt werden sollte. Und so begannen wir die zweite Halbzeit mit neuer Aufstellung, aber gleicher guter Spielleistung. Nach 5 gespielten Minuten war der Vorsprung auf 8 Tore ausgebaut (19:11), nach etwas über 10 Minuten bereits auf 10 (23:13, 43.). Diesen 10-Tore-Abstand konnten wir für den Rest der Partie halten, zwischenzeitlich schafften wir es sogar mal auf 12 (53., 27:15). Endstand 31:20.

Der Erfolgsgarant war dieses Mal nicht nur eine gute Abwehrleistung sondern insbesondere (auch wenn ich mich wiederhole) das durchgängige und nicht nachlassende Tempospiel. Die starken Pässe unserer Torhüterinnen sollen in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, denn nur so waren viele leichte Tore für uns möglich. Und die machten es dann auch leichter, befreit und locker im Angriff aufzuspielen und auch das Positionsspiel mit viel Bewegung und breiter Aufstellung für uns zu nutzen. Alles in allem ein wirklich herzallerliebster Samstag in unserem Wohnzimmer, der durch Sunnys Schwarzwälderkirsch-Cupcakes einen würdigen Abschluss fand. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann schlemmen sie noch heute...

Corinna Vallo/ Michele Berning/ Jacky Meier (1), Anika Westerhoff, Jacky Kremser (1)/ Julz Schilling (2), Jaqui Burmester (1)/ Marie Schilling (4)/ Natze Kremser (3), Janina Grothaus (10/6)/ Paula Laubenstein (3), Julia Grotefeld (1)/ Tina Kottkamp (3), Sunny Dauks (2)

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