Spielberichte

Frauen-Verbandsliga: TuS Nettelstedt 25:25 bei Primus HSG Euro - »Ein richtig gutes Spiel!«

Von Ingo Notz

Unterlübbe(WB). Punktlandung! In einem packenden Derby in der Handball-Verbandsliga der Frauen hat sich der TuS Nettelstedt einen Zähler beim Tabellenführer HSG Euro verdient. Beim 25:25 war allerdings auch noch mehr drin...

»Das unterschreibe ich, den Punkt nehmen wir mit«, meinte TuS-Trainer Thorsten Waldmann kurz nach der Schlusssirene – ärgerte sich aber über verpasste Chancen nicht nur, aber gerade auch in der Schlussphase, als sein Team schon 24:20 führte. Zu einigen umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen in den letzten Minuten wollte Waldmann nichts sagen, respektierte aber auch die Aufholjagd der Gastgeberinnen: »Das Positive ist: Wir haben einen Punkt und Euro ist immerhin das Beste, was die Verbandsliga zu bieten hat. Die haben alleine sechs Rückraumspielerinnen, die fast alle höherklassig gespielt haben.«

Gegen diese Qualität der Lintelmann-Truppe erwischte der TuS Nettelstedt, der auf den erkrankten Trainer Thorsten Meyer verzichten musste, einen richtig guten Start. Schnell führte der TuS 5:2 und 7:3, beim 11:6 nach 18 Minuten erstmals sogar mit fünf Treffern Differenz und kurz danach sogar mit sechs Treffern Vorsprung (13:7/20.). Mit einem komfortablen 16:11-Vorsprung ging es schließlich in die Halbzeit – aus der die Gastgeberinnen deutlich engagierter zurückkehrten. Es dauerte rund zwölf Minuten, um aus dem Fünf-Tore-Rückstand den Gleichstand zum 18:18 (43.) machen. Nettelstedt legte ab dem 20:20 aber nach und zog auf 24:20 davon – verpasste es dann aber, den entscheidenden K.o.-Treffer zu setzen. Vier Gegentreffer in Folge waren zuviel, um als Sieger vom Feld zu gehen. Auch die letzte Führung reichte nicht: Euro glich 17 Sekunden vor dem Ende in Überzahl nach einer Zeitstrafe gegen Mona Kruse aus. Bei der HSG Euro, bei der sich die Espelkamperin Stefanie Clarus einmal in die Torschützenliste eintrug, war Nicole Rahrbach mit sieben Treffern erfolgreichste Werferin, beim TuS netzte Sofie Hyvönen achtmal ein, beste Feldtorschützin bei den Gästen war Yasmin Schwier mit sechs Treffern.

»Die Mannschaft, die nichts zu verlieren hatte, hat ein richtig gutes Spiel gemacht«, zollte Euros Rahdener Trainer Tobias Lintelmann hinterher einer Mannschaft ein dickes Lob – und damit meinte er nicht seine eigene. »Nettelstedt war in der ersten Halbzeit einen Schritt schneller und hat uns vor Probleme gestellt, die wir nicht lösen konnten. Wir haben dem Nebenmann auch nicht geholfen und hätten uns über einen noch höheren Rückstand nicht bescheren können. In der zweiten Halbzeit haben wir dann einen Schritt mehr gemacht und verdient das 20:20 erzielt. Warum wir dann zweimal in Überzahl einen 0:4-Lauf hinlegen, weiß ich nicht. Das hat mich richtig geärgert. Am Ende haben wir Glück gehabt, dass die Umstellung auf eine 4:2-Deckung gefruchtet hat. Wir sind definitiv der glücklichere Gewinner des Punktes – zumal wir nie geführt haben«, ordnete Tobias Lintelmann das Derby richtig ein.

TuS Nettelstedt: Lichtsinn, Krömker – Radermacher, Walter, Borgmann, Hyvönen (8/3), Kaufmann, Kruse (4), Maja Gerling, Friederike Gerling, Olbrich 1, Schwier (6), Schubauer (4)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 26. Februar 2018

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