Verbandsliga: TuS Nettelstedt unterliegt gegen Abstiegskandidat HSG Altenbeken/Buke mit 24:25 (13:12) - Nettelstedt »verschenkt« Sechs-Tore-Führung

Nettelstedt (tz). Bittere Heimpleite: Handball-Verbandsligist TuS Nettelstedt II hat am Samstagabend sein Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten HSG Altenbeken/Buke mit 24:25 (13:12) verloren.

Die Arme stützte er auf die Oberschenkel, der Blick ging auf den Boden: Einige Sekunden verharrte Nettelstedts Trainer Sebastian Redeker so – bedient. Restlos bedient. Nach Schlusspfiff verschwand er erst einmal und musste das sacken lassen, was seine Mannschaft ihm in den 60 Minuten zuvor angeboten hatte. »Mir fehlen die Worte«, meinte er hinter – immer noch fassungslos.

Zunächst war das noch in Ordnung: Gegen den abstiegsbedrohten Gast aus dem Grenzgebiet der Kreise Paderborn, Höxter und Lippe führten die Nettelstedter schnell mit 4:1 (7.) und 7:5 (15.). Beim 7:7 (18.) hatte der TuS die Gäste wieder stark gemacht und geriet prompt 7:9 in Rückstand (22.). Bis zur Pause riss sich der Favorit aber noch einmal zusammen und ging mit einem 13:12-Vorsprung gegen die wegen einiger angeschlagener Spieler munter durchwechselnden Gäste in die Kabine. In den zweiten 30 Minuten schien sich die Personalsorgen der Altenbekener dann auch im Ergebnis niederzuschlagen, denn nach klaren Ansagen von Sebastian Redeker gingen die Nettelstedter zu Beginn der zweiten Halbzeit schnell mit 19:14 (40.) in Führung und profitierten dabei vor allem von der Ideenlosigkeit der Gäste gegen die 5:1-Abwehr des TuS, die in zu vielen unvorbereiteten Würfen endete und dem TuS so viele Ballgewinne brachte.

In einer Auszeit stellte Gästetrainer Detlef Rauschwalbe seine Mannen aber neu ein – und plötzlich zeigte vor allem der Rückraum der Gäste sein anderes Gesicht. Ab dem 15:21 erzielten Grebe, Schadomsky und der aufdrehende Yannic Hennemann neun der letzten zehn HSG-Tore und brachten ihr Team zum Sieg. Dabei führten die Gastgeber in der 45. Minute noch mit sechs Treffern Vorsprung – das 21:15 sollte aber nicht reichen, da sich das überraschend wieder mit Jan Schröder aufgelaufene TuS-Team im Auslassen seiner Chancen überbot. Altenbeken bedankte sich mit einer starken Aufholjagd: Von 15:21 wurde erst auf 18:21 verkürzt, dann von 18:21 auf 20:21, bevor Hennemann zum 23:23 ausglich und Schadomsky das 25:24 warfen. »Da hatte sich der TuS beim 20:14 wohl zu sicher gefühlt«, meinte Gästetrainer Detlef Rauchschwalbe. Der TuS rutschte nach der neunten Saisonpleite auf Rang zehn ab: »Der Stachel sitzt tief, das ist natürlich nicht gut fürs Selbstbewusstsein«, haderte Sebastian Redeker mit der Pleite. »Die Mannschaften unten punkten auch und der Teufel ist ein Eichhörnchen. Wir müssen den Kampf annehmen. Als Trainer leidest Du in so einem Spiel 1000 Tode – der Stachel sitzt tief!«

TuS Nettelstedt II: Schröder, Wesemann – Mündemann, Schmidt (2), Kruse (1), Steinhauer, Schirge (6), Spreen (1), Oevermann (5), Pohnke (1), Glöckner, Schröder (3), Byczynski (5/1)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 26. Februar 2018

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