Verbandsliga: Nettelstedt II verliert Schirge gegen Harsewinkel mit Nasenbeinbruch - Das 28:30 wirkt wie ein Sieg

Von Volker Krusche

Nettelstedt (Kru). Den Sieg des designierten Oberliga-Aufsteigers und möglichen Verbandsliga-Meisters aus Harsewinkel konnten sie letztlich nicht verhindern, was die Rumpftruppe des TuS Nettelstedt II aber beim 28:30 (13:17) gegen die TSG auf die Platte brachte, war aller Ehren wert. »Ich bin trotz der Niederlage mächtig stolz auf meine Mannschaft«, wirkte TuS-Trainer Sebastian Redeker nach dem Schlusspfiff alles andere als enttäuscht.

Gestützt auf einen überragenden Maik Schröder zwischen den Pfosten, der allein im ersten Abschnitt zehn zum Teil freistehende Würfe des durchschlagskräftigen Harsewinkeler Angriffs mit tollen Paraden entschärfen konnte, legten die Hausherren bis zum 4:2 vor, mussten die Gäste beim 6:5 (17.) aber erstmals vorbeiziehen lassen. Bitter für Nettelstedt, dass ein unbeabsichtigtes Foul gegen Maurice Schirge, der von zwei Harsewinkelern beim Wurf in die Zange genommen wurde, das Saisonaus für den Linkshänder bedeutete. Der Rückraumspieler zog sich dabei einen im Krankenhaus bestätigten Nasenbeinbruch zu. Wenig Fingerspitzengefühl hatte die Unparteiischen in dieser Szene, die weiterlaufen ließen und der TSG per Konter das 4:4 ermöglichten.

Doch auch ohne Schirge hielt der TuS dagegen. Allerdings fehlten nun Alternativen auf der Bank, auf der nur noch ein einziger Auswechselspieler neben Torhüter Jan Wesemann saß. Das Häuflein an Aufrechten gab aber alles, auch wenn es beim 8:12 zwischenzeitlich mit vier Toren ins Hintertreffen geriet. Zumindest dieser Rückstand konnte bis zum Seitenwechsel (13:17) gehalten werden.

Nach der Pause sorgten Kevin Schmidt und Chris Byczynski sofort für den 15:17-Anschluss. Allerdings war klar, dass das kräftezehrende Spiel ohne Wechselmöglichkeiten Spuren hinterlassen und sich auch im Ergebnis niederschlagen würde. Aus dem 23:20 machte Harsewinkel ein 26:20 (47.). Auch, weil Johnny Dähne zwischen den Pfosten wie bei so vielen Gegnern ein Faktor war. »Die Jungs wollten sich aber nicht abschlachten lassen und haben weiter dagegen gehalten, wollten unbedingt ein achtbares Ergebnis.« Das gelang ihnen auch. Binnen sechs Minuten war Nettelstedt zur Überraschung aller wieder dran. Ein 5:0-Lauf bescherte den Hausherren siebeneinhalb Minuten vor dem Abpfiff den Anschluss zum 25:26. Und das in Unterzahl. Sollte noch was gehen? Sollte der TuS für eine Sensation sorgen? Doe Hoffnung war jedoch schnell dahin, als Harsewinkel schnell zwei Tore nachlegte und beim 28:25 endgültig aufzeigte, wer hier das Parkett als Sieger verlassen würde.

»Mit dem Ergebnis kann ich sehr gut leben. Mit sieben Mann nur eine Zwei-Tore-Niederlage gegen die TSG ist echt stark«, freute sich Redeker. »Kämpferisch war das einwandfrei.«

TuS Nettelstedt: M. Schröder, Wesemann; Mündemann (3), Schmidt (1), Kruse (2), Steinhauer (3), Schirge (1), Oevermann (6), Glöckner (7/2), Byczynski (5)

 

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 23. April 2018

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