Handball-Verbandsliga: 26:24-Erfolg in Hüllhorst – Nachspiel nicht ausgeschlossen - Nettelstedt jubelt im Derby

Von Marc Schmedtlevin

Hüllhorst(WB). Derbysiege machen besonders viel Spaß – den Beweis dafür haben die Handballer des TuS Nettelstedt II nach dem 26:24 (13:12) bei der HSG Hüllhorst geliefert. Ausgelassen sprangen sie im Kreis, während auf der anderen Seite große Enttäuschung herrschte.

Beide Trainer waren im Vorfeld von einem kampfbetonten Spiel ausgegangen. Genau das bekamen sie geboten. Allerdings konnten beide Teams nicht nur in den Mann-gegen-Mann-Duellen, sondern auch mit spielerischen Elementen überzeugen.

Den Anfang machten die Hüllhorster. Mit einer Manndeckung gegen TuS-Linkshänder Chris Byczynski und der Variante eines siebten Feldspielers glückten zu Beginn gleich zwei Überraschungen. Die Belohnung war eine schnelle 3:0-Führung (5.). »Ich gebe zu: Das waren gute Schachzüge von Hüllhorst«, sagte Nettelstedts Trainer Sebastian Redeker, dessen Team zunächst keine Lösungen gegen die HSG fand. Bezeichnend: Rene Glöckner scheiterte von Linksaußen drei Mal innerhalb von zwei Minuten an Keeper Jan-Philip Schnute.

Nach dem 3:7 (10.) wollten aber auch die Gäste mitmischen. Zwei Ballgewinne nutzte der TuS zu Treffern in das leere HSG-Tor. Und plötzlich trat der TuS viel selbstbewusster auf. »Mit den beiden Fehlern haben wir Nettelstedt voll in das Derby zurückgebracht«, bemängelte HSG-Coach Lars Halstenberg. Er stellte daraufhin auf sechs Spieler um, wollte wieder mehr Ruhe in der Offensive sehen.

Das Spiel blieb ausgeglichen. Hüllhorst kam mehrfach über den Kreis zum Erfolg, beim TuS wirbelten die flinken Jannik Ames und Nenad Nedeljkovic. Allgemein wirkten die Gäste ein wenig spritziger. Im Endspurt des ersten Durchgangs erspielten sich der TuS eine knappe Führung.

Die nächste Wende folgte mit Wiederbeginn. Die HSG wirkte wieder wacher, eroberte beim 16:15 die Führung zurück (35.). Sich vorentscheidend abzusetzen, das gelang aber keiner der beiden Mannschaften. Zunächst legte Hüllhorst lange vor, Nettelstedt zog immer nach. So ging es bis zum 22:22 (48.). Vor der Schlussphase stellte sich die Frage, welches Team im Abnutzungskampf wohl mehr Kraft gelassen hatte. Die Antwort: die Hüllhorster.

Nettelstedt schaffte es, Torjäger Byczynski in Stellung zu bringen. Die neuerliche Manndeckung gegen den rechten Rückraum – eigentlich gegen Byczynski – wurde umgangen, indem der Linkshänder auf Außen wechselte. Von dort aus suchte er in der Schlussphase die Eins-gegen-Eins-Duelle oder kam über die Mitte zum Abschluss. So avancierte Byczynski mit den beiden finalen Treffern zum 26:24 (57.) zum Matchwinner. »Mir fehlte in der Abwehr ein bisschen Konsequenz und vorne ein bisschen Kraft«, sagte Halstenberg, dessen Team keine Antwort mehr fand.

Aufregung gab es dennoch: Nettelstedts Nedeljkovic sah 17 Sekunden vor Schluss für ein Abstandsvergehen eine Zeitstrafe. Das Regelwerk sieht dafür in der Schlussminute einen Siebenmeter vor. Den gab es nicht. Anders auf der Gegenseite: Hier gab es den Strafwurf, nachdem Jan-Philipp Meyer wegen Meckerns die rote Karte gesehen hatte. Hüllhorst legte Protest ein. »Wir müssen schauen, ob wir das durchziehen«, sagte Halstenberg. Das Derby könnte also ein Nachspiel haben.

HSG Hüllhorst: Schnute, Laroche – Struck, Meyer (3), Reichelt (5), Kleffmann (1), Tiemann (3), Klasen, Blomenkamp (2/1), Wittkötter (2), Grabein, Heidenreich (2), Hodde (6/2)

TuS Nettelstedt II: Hucke, Grzesinski – Mündemann, Schmidt (2), Kruse (1), Nedeljkovic (6), Schirge, Böhlke, Spreen (4), Thielking (1), Glöckner (4/2), Ames (1), Byczynski (7)

Quelle: Westfalen-Blatt Lübbecke vom 01. Oktober 2018

 

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